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Madonna History: Alben Ranking

Vom New-Wave-Clubgirlie zur globalen Pop-Ikone: Ob Kirchenkritik, Sexskandal oder Esotrip, Madonnas Karriere liest sich wie eine Chronik der letzten vier Jahrzehnte Popgeschichte. Absolut(e)Cinema also! Am 3. Juli erschien das 15. Album der Queen of Pop und es landete nahezu Weltweit auf Platz 1 und zeigt eindrucksvoll, warum sie auch nach 44 Jahren die größte Pop-Ikone unserer Zeit ist. Anlässlich ihres heutigen 68. Geburtstages habe ich mich nochmal ganz intensiv mit ihren Studioalben beschäftigt und den Fokus auf Arrangements, Text und Lyrics gelegt, jeden Song einzelnd bewertet, den Durchschnitt berechnet und letztendlich (m)ein Ranking der 15 Alben erstellt und dabei festgestellt, dass ich oft strenger war als beispielsweise die zig tausenden User von AOTY (Album of the Year), die jeden Song und jedes Album gevotet haben. Spoiler: Confessions II, die „Nachfolge“-Platte von ihrem gefeierten Confessions on a Dancefloor (2005) hat besser, als für viele erwartet, abgeschnitten und hat das Potential noch weiter aufzusteigen. Also immer mal wieder hier hereinschauen…

Universal

15. MDNA (2012)

Das Wortspiel im Titel – MDNA als Mischung aus „Madonna“ und der synthetischen Party-Droge MDMA – sagt einiges. Das Album ist ein eskapistischer Elektro-Pop-Trip mit deutlicher EDM-Schlagseite. Musikalisch verlässt sich Madonna auf erfahrene Hit-Macher wie Benny Benassi und Martin Solveig. Zu hören gibt es große Drops, viel Club-Energie und zwischendurch ein paar persönlichere Momente. So verarbeitet Madonna in manchen Songs ihre Scheidung von Guy Ritchie. Trotz solcher persönlicher Momente, musikalisch war Madonna dieses Mal einen Ticken zu spät, der EDM-Zug war längst in voller Fahrt, entsprechend „trendhörig“ und austauschbar klingt das Material. Aber es gibt auch einige Songs, die richtig stark sind und im Madonna-Kanon inzwischen feste Größen sind.

Zentrale Themen: Trennung, Rache, Eskapismus, Nachtleben. Beste Songs: Masterpiece, Girl gone wild und Beautiful Killer (Deluxe Edition).

1Girl Gone Wild9,0/10
2Gang Bang8,5/10
3I´m addicted8,5/10
4Turn up the Radio6,5/10
5Give me all your Luvin´ (feat. Nicki Minaj)7,5/10
6Some Girls6,5/10
7Superstar6,5/10
8I don´t give a (feat. Nicki Minaj)6,5/10
9I´m a Sinner7,5/10
10Love spent7,0/10
11Masterpiece10/10
12Falling Free7,5/10
GESAMT7,6/10
Warner Music

14. Hard Candy (2008)

Für ihr elftes Studioalbum setzte Madonna auf die Produzenten der Stunde: Pharrell Williams und The Neptunes, Timbaland und Justin Timberlake zählten in den 2000er Jahren zu den erfolgreichsten und angesagtesten Künstlern weltweit. Die damalige A-Liga des Mainstream-Pop sorgte für einen zeitgemäßen Sound, der auch heute noch modern klingt: ein Hybrid aus R’n’B, Hip-Hop und Pop mit dicken Beats und funky Hooks. Einziger Kritikpunkt und der Hauptgrund der Platzierung im Ranking: Hard Candy war ebenfalls eher eine Anbiederung an Trends statt visionäre LP, wie man es sonst von ihr gewohnt ist. Gleichzeitig ist es faszinierend, wie souverän Madonna in diesem futuristischen Sound funktioniert. Hard Candy ist kein Gamechanger, aber ein solides Spätwerk mit Hits wie 4 Minutes, die gut gealtert sind.

Zentrale Themen: Körper, Flirt, Dominanz, Selbstinszenierung. Beste Songs: 4 Minutes, Give it 2 me und Miles away.

1Candy Shop8,0/10
24 Minutes (feat. Justin Timberlake)9,0/10
3Give it to me8,5/10
4Heartbeat8,5/10
5Miles away8,5/10
6She´s not me7,5/10
7Incredible7,0/10
8Beat goes on (feat. Kanye West)8,0/10
9Dance 2night7,5/10
10Spanish Lesson7,0/10
11Devil wouldn´t recognize you7,5/10
12Voices8,5/10
GESAMT8,0/10
Interscope

13. Rebel Heart (2015)

Rebel Heart hat zwei Seiten: Die eine Hälfte aufregend, rebellisch, mit Trap, EDM, Kollabo-Stars wie Nicki Minaj, Chance The Rapper und Nas, die andere fürs Herz, inklusive Balladen, Rückblick und Selbstreflexion. Teile des Albums leakten Monate vor dem Release, was Madonna wütend machte. Sie sprach sogar von „künstlerischer Vergewaltigung“. Spannend ist die Mischung: Auf der einen Seite gnadenlos auf Party getrimmte Banger wie Bitch I’m Madonna, auf der anderen Seite erstaunlich verletzliche Songs wie Ghosttown und Joan Of Arc. Nicht alle Titel auf Rebel Heart überzeugen, doch selten ließ Madonna so offen durchblicken, dass sie sich ihrer eigenen Geschichte sehr bewusst ist.

Zentrale Themen: Karrierebilanz, Liebe, Trotz, Verletzlichkeit. Beste Songs: Ghosttown, Inside out und Devil Pray.

1Living for Love8,5/10
2Devil Pray9,0/10
3Ghosttown10/10
4Unapolegetic Bitch8,0/10
5Illuminati7,5/10
6Bitch I´m Madonna (feat. Nicki Minaj)6,5/10
7Hold Tight7,5/10
8Joan of Arc8,0/10
9Iconic (feat. Chance The Rapper…)7,0/10
10HeartBreak City7,5/10
11Body Shop7,0/10
12Holy Water7,5/10
13Inside Out9,5/10
14Wash all over me8,0/10
GESAMT8,0/10
Picture alliance/dpa

12. Madame X (2019)

Madame X, das vorletzte reguläre Madonna-Studioalbum, ist ein Konzeptalbum, für das die Sängerin in die Rolle einer geheimnisvollen Agentin schlüpft, die durch Länder und Genres reist. Die musikalischen Referenzen reichen von portugiesischen Einflüssen (Madonna war kurzzeitig nach Lissabon gezogen) über Latin-Pop bis hin zu Trap. Das Resultat ist ein eklektisches, also sich vieler unterschiedlicher Stilelemente bedienendes, unruhiges, stellenweise sperriges Album und mehr Statement als leicht konsumierbarer Hit-Lieferant. Während manche bei der Erstveröffentlichung darin den mutigen Versuch sahen, sich mit Weltpolitik und Migration auseinanderzusetzen, fanden viele Kritiker*innen das Album überladen. Ich selber habe das Album lange Zeit unterschätzt, aber gerade die Vielfältigkeit macht es so spannend. Das Madame X kommerziell an den vorherigen Werken nicht anknüpfen würde war Madonna stehts bewusst, ihr waren die Botschaften als Künstlerin wichtiger und dafür erntet sie zurecht viel Lob. Außerdem erinnert mich die ganze Diskussion an Erotica, welches heutzutage zurecht als eines ihrer besten Alben gehört, aber der Zeit weit voraus war, kommerziell hinter den Erwartungen blieb (trotz 4 Mio. Verkäufe) und erst später die Resonanz erhalten hat. Platz 1 der Billboard Top 100 waren übrigens beide Alben.

Zentrale Themen des Albums: Identität, Politik, Globalisierung, Widerstand. Beste Songs: Killers who are Partying, God Control und Dark Ballet.

1Medellín8,5/10
2Dark Ballet9,0/10
3God Control8,5/10
4Future (with Quavo)7,5/10
5Batuka8,5/10
6Killers who are Partying9,5/10
7Crave7,5/10
8Crazy7,0/10
9Come alive8,0/10
10Faz Gostoso (feat. Anitta)7,5/10
11Bitch I´m Loca (feat. Maluma)7,0/10
12I don´t search I find8,0/10
13I rise8,5/10
8,1/10

Sire / Warner Bros

11. Like A Virgin (1984)

Mit Like A Virgin wurde Madonna zum globalen Popstar. Produzent Nile Rodgers bringt Chic-Funk, Gitarren und Popfeeling zusammen, Madonna liefert provokante, aber clever doppeldeutige Inhalte. Das Album enthält nicht nur den Titelsong, sondern auch Klassiker wie Material GirlDress You Up und Angel. Es definiert den 80er-Pop-Sound mit – und macht aus Madonna mehr als nur eine Sängerin: Man diskutiert nicht nur über ihre Musik (und ihre für manche allzu dünne Stimme), sondern vor allem über die selbstbewusste, feministische Kunstfigur. Spannender Stoff, der womöglich auch im geplanten Madonna-Biopic auf Netflix eine Rolle spielen wird.

Zentrale Themen: Sexualität, Gender-Rollenbilder, Konsum. Beste Songs: Material Girl, Like a Virgin und Dress you up.

1Material Girl9,5/10
2Angel8,5/10
3Like a Virgin9,0/10
4Over and over7,5/10
5Love don´t live here anymore8,5/10
6Dress you up8,5/10
7Shoo-Bee-Doo7,0/10
8Pretender7,5/10
9Stay8,0/10
GESAMT8,2/10
Maverick / Warner Bros

10. American Life (2003)

Als American Life erschien, war Madonna – anders als etwa beim Album Madame X – dem Mainstream einen Schritt voraus: Das Album ist ein starkes Anti-Konsum-, Anti-Kriegs- und Anti-Showbusiness-Statement, als der konservative US-Präsident George W. Bush die öffentliche Meinung dominierte. Das ursprünglich noch politischere Video zum Titelsong unter der Regie von Jonas Åkerlund musste wegen des damaligen Irak-Kriegs sogar entschärft werden. Musikalisch prägt Mirwais Ahmadzaïs‘ glitchiger, akustik-gitarrenlastiger Elektro-Sound das neunte Album von Madonna. Es ist kantig, bewusst unsexy und voller Selbstkritik; Madonna will plötzlich nicht mehr das „Material Girl“ sein. Ihre Fans (vor allem in den USA) reagierten verhalten, doch rückblickend wirkt American Life wie ein Vorläufer für den politisierten Pop vieler späterer Stars wie Bad Bunny. Eines ihrer am meisten unterschätzten Alben.

Zentrale Themen: Amerika- und Konsumkritik, Krieg, Selbstreflexion. Beste Songs: Nothing Fails, Hollywood und Love Profusion.

1American Life8,5/10
2Hollywood9,0/10
3I´m so stupid8,0/10
4Love Profusion9,0/10
5Nobody knows me7,5/10
6Nothing Fails9,0/10
7Intervention8,0/10
8X-Static Process8,0/10
9Mother and Father7,5/10
10Die another Day8,5/10
11Easy Ride9,0/10
GESAMT8,4/10
Sire / Warner Bros

09. Madonna (1983)

Madonnas selbstbetiteltes Debütalbum ist extrem gut gealtert. Ein echtes Zeitdokument, aber mit erstaunlich wenig Patina. Madonna bündelt den Sound der New Yorker Downtown-Clubszene: Synth-Pop, Post-Disco, leichte New-Wave-Anklänge. Dass damals die wenigsten daran glaubten, dass aus Madonna Louise Ciccone mehr als ein One-Hit-Wonder werden würde, hört man dem Album nicht an. Die Songs sind frech, selbstbewusst und direkt. Viele von Madonnas Markenzeichen sind hier schon angelegt: Tanzbarkeit, catchy Melodien und Lyrics, in denen es um Begehren, Unabhängigkeit und Selbstkontrolle geht, verpackt in simple Pop-Slogans.

Zentrale Themen: Nachtleben, Verliebtsein, Freiheit, weibliche Selbstbestimmung. Beste Songs: Borderline, Holiday und Everybody.

1Lucky Star9,0/10
2Borderline9,0/10
3Burning up8,5/10
4I know it7,5/10
5Holiday9,0/10
6Think of me8,0/10
7Physical Attraction7,5/10
8Everybody9,0/10
GESAMT8,5/10
Maverick/Warner Music

08. Music (2000)

„Music makes the people come together“: Programmatischer geht es kaum. Nach Ray Of Light bleibt Madonna experimentierfreudig, kehrt aber wieder zurück zu offensichtlicheren Pop-Tunes. Mit Mirwais Ahmadzaï mischt sie Country-Anmutungen, Akustikgitarren und digitale Effekte, bewahrt dabei aber in den meisten Songs eine starke Hook. Music wirkt wie die zeitgemäße Version ihrer 1980er-Alben: frech, verspielt, aber technisch und kompositorisch auf einem anderen Level. Herzstück des Albums, das Madonnas damaligen Umzug nach England begleitete, ist neben dem Titelsong die zweite Single-Auskopplung, das Stück Don’t Tell Me, das Produzent Mirwais als Cyberfolk bezeichnete. Das Besondere: Madonna singt ohne Effekte auf ihrer Stimme.

Zentrale Themen: Spaß, Pop als Gemeinschaft, Selbstironie. Beste Songs: Music, Paradise (not for me) und Don´t tell me.

1Music9,5/10
2Impressive Instant8,5/10
3Runaway Lover8,5/10
4I deserve it8,0/10
5Amazing8,5/10
6Nobody´s Perfect8,0/10
7Don´t tell me9,0/10
8What it feels like for a Girl8,5/10
9Paradise (Not for me)9,5/10
10Gone8,5/10
11American Pie8,0/10
GESAMT8,6/10

Sire / Warner Bros

07. Like A Prayer (1989)

Wenn Like A Virgin einen soliden Grundstein legte, ist Like A Prayer das Madonna-Album, das ihre Karriere zementierte. Die Songs – allen voran die Lead-Single, die sie im dazugehörigen Video provokant, aber klug inszeniert – sind persönlicher, rockiger, vielfältiger, ein Genre-Mix aus Gospel, Pop, Rock und Funk. Inhaltlich ein wilder Ritt zwischen religiöser Symbolik mit Sexualität. Madonna verarbeitet ihren Glauben, ihre Kindheit, die komplizierte Beziehung zu ihrem Vater (Oh Father), ihre gescheiterte Ehe mit Sean Penn (Till Death Do Us Part), dazwischen gibt’s ein „Kinderlied“ (Dear Jessie). Ein Werk, das bis heute in vielen Rankings der „Besten Alben aller Zeiten“ auftaucht und auch jüngere Musikfans begeistert, wie ein Auftritt von Madonna an der Seite von Sabrina Carpenter beim Coachella-Festival 2026 zeigt. Leider hat der Schlusssong die Gesamtwertung etwas getrübt, ansonsten richtiges Brett und Meilenstein in der Musikgeschichte.

Zentrale Themen: Religion, Familie, Trauma, weibliche Selbstdefinition. Beste Songs: Like a Prayer, Oh Father und Express Yourself.

1Like a Prayer10/10
2Express Yourself9,5/10
3Love Song8,0/10
4Till death do us Part8,5/10
5Promise to Try9,0/10
6Cherish9,5/10
7Dear Jessie8,5/10
8Oh Father10/10
9Keep it together7,5/10
10Spanish Eyes8,5/10
11Act of Contrition6,5/10
GESAMT8,7/10
Sire Records

06. True Blue (1986)

True Blue ist vielleicht nicht das radikalste, aber das reinste und beste Madonna-Popalbum – und deshalb auf vielen Listen Platz eins aller Madonna-Alben. Die LP, ihrem damaligen Ehemann Sean Penn gewidmet, bündelt ihre 80er-DNA: große Hooks, perfekter Pop. Mit Songs wie Papa Don’t PreachOpen Your HeartLa Isla Bonita und Live To Tell deckt das Album inhaltlich eine erstaunliche Bandbreite ab: Von Teenager-Schwangerschaft über Begehren und Sehnsuchtsorte bis hin zu tiefgründigen Balladen über Wahrheit. Das Album ist bis heute von den Studienalben das wohl kommerziell Erfolgreichste, ist zudem auch persönlich ist und enthält einige Titel für die Ewigkeit.

Zentrale Themen: Liebe in all ihren Formen, Erwachsenwerden, Moral, Eskapismus. Beste Songs: Papa don´t Preach, Live to tell und La Isla Bonita.

1Papa don´t preach10/10
2Open your heart9,5/10
3White Heat7,5/10
4Live to tell10/10
5Where´s the Party8,0/10
6True Blue9,5/10
7La isla Bonita10/10
8Jimmy Jimmy7,5/10
9Love makes the World go Round7,0/10
GESAMT8,8/10
Sire / Warner / Maverick

05. Bedtime Stories (1994)

Nach dem Skandal von Erotica und dem Sex-Buch fuhr Madonna 1994 einen Gang herunter. Mit Bedtime Stories wechselt sie elegant in die Welt des R’n’B und sanfterer Grooves. Mit Produzenten wie Dallas Austin und Nellee Hooper knüpft Madonna an den prägenden Sound der 90er-R’n’B-Ära an, als Künstlerinnen wie En Vogue, TLC und Brandy regelmäßig ganz vorne in den US-Charts landeten. Das Album enthält mit der Single Take A Bow eine von Madonnas größten Balladen (der sich sage und schreibe 10 Wochen an der Spitze der Amerikanischen Billbard Top 100 hielt). Human Nature ist ihre vielleicht trotzigste Reaktion auf Prüderie. Und sogar eine ungewöhnliche Kollaboration mit Björk, was will man bitte mehr? Mit 5 Mio. Produktionskosten entstand zudem mit dem Titelgebenden Bedtime Story ihr teuerstes Musikvideo, welches man unbedingt mal gesehen haben sollte.

Zentrale Themen: Liebe, Zurückweisung, Selbstbehauptung, zurückhaltende Erotik. Beste Songs: Take a bow, Human Nature und Bedtime Story.

1Survival8,5/10
2Secret9,5/10
3I´d rather be your Lover8,5/10
4Don´t stop8,0/10
5Inside of me8,5/10
6Human Nature9,5/10
7Forbidden Love9,0/10
8Love tried to Welcome me8,5/10
9Sanctuary8,0/10
10Bedtime Story9,5/10
11Take a bow10/10
GESAMT8,9/10
Warner Music

04. Confessions II (2026)

„Everybody get up and dance“, befiehlt Madonna in ihrem neuen Song Danceteria. Und ihre Fans, eh klar, folgen ihrem Aufruf. Doch nicht nur Madonnas treue Anhängerschaft weltweit, auch Kritiker*innen rund um den Globus feiern das 15. Album der Pop-Queen. Mit Confessions II knüpft Madonna tatsächlich an den Disco-Pop von Confessions On A Dance Floor (2005) an, ohne sich dabei plump zu wiederholen. Was nicht heißt, dass Madonna sich nicht selbst zitieren würde. Der moderne Club-Sound von Stuart Price nimmt immer wieder selbstreferenziell Bezug auf Madonnas eigenes Repertoire. Die Gitarren von Read My Lips zum Beispiel erinnern an Don’t Tell Me, der kolumbianische Sänger Feid verleiht dem Song zudem lässige La Isla Bonita-Vibes. Im sphärischen Good For The Soul blitzt Madonnas spirituelle Ära auf und das elektrisierende My Sins Are My Savior, das zusammen mit dem belgischen Producer Stromae entstand, beschwört Madonnas Song Bedtime Story herauf. Love Sensation und Love Without Words sind eingängige, unangestrengte Dance-Pop-Banger mit starken Chicago-House-Anleihen. Die meisten der 16 nahtlos ineinander übergehenden Tracks von Confessions II sind auf Bewegung und nächtliche Euphorie ausgelegt, doch unter der spiegelnden Oberfläche und hinter den Beats stecken Melancholie und Selbstreflexion. The Test ist eine intime Auseinandersetzung mit ihrer ältesten Tochter Lourdes „Lola“ Leon, in Betrayal thematisiert sie ihre komplizierte Beziehung zu ihrer Stiefmutter und in L.E.S. Girl blickt Madonna auf ihre Anfänge in New York zurück. Das Ergebnis ist kein nostalgisches Spätwerk, sondern ein erstaunlich zeitgemäßes Ausrufezeichen, elegant produziert, selbstbewusst und deutlich zwingender als vieles, was Madonna in den 2010er Jahren veröffentlichte und was bei jedem Mal Hören immer besser und besser wird.

Zentrale Themen: Nachtleben, Begehren, Selbstreflexion, Trauma, Verlust. Beste Songs: Danceteria, Bizarre und Fragile.

1I feel so free9,5/10
2Good for the Soul8,5/10
3One step away9,0/10
4Bring your Love (feat. Sabrina Carpenter)8,5/10
5Danceteria10/10
6Read my Lips (feat. Feid)8,0/10
7Everything8,0/10
8Love Sensation9,5/10
9Love without Words8,5/10
10Bizarre9,5/10
11School9,0/10
12Fragile10/10
13My Sins are my Savior (feat. Stromae)8,5/10
14Betrayal8,5/10
15The Test (feat. Lola Leon)8,5/10
16L.E.S. Girl9,0/10
GESAMT8,9/10
Sire / Warner / Maverick

03. Erotica (1992)

Erotica ist das radikalste Madonna-Album – und wurde bei der Erstveröffentlichung komplett missverstanden. Parallel zum Fotobuch Sex erschienen, wurde es damals (veröffentlicht über Madonnas eigenes Plattenlabel Maverick Records, eine Seltenheit für Künstlerinnen) aufgrund von Themen wie Bondage, BDSM, Aids-Krise und Safe Sex als reine Provokation wahrgenommen. Produzent Shep Pettibone verpasste dem Album einen clubbigen Retro-House- und Trip-Hop-Sound, weit weg vom radiofreundlichen Pop der 1980er. In anzüglichen Lyrics fantasiert Madonna von Macht und Lust, thematisiert aber auch Verlust (etwa im ergreifenden Stück In This Life, eine Hommage an Freunde, die an AIDS verstorben sind). Damals von der Kritik verrissen, gilt Erotica heute als mutiges Statement für mehr Offenheit.

Zentrale Themen: Sexualität, Lust, Macht, Trauer, queeres Begehren. Beste Songs: Deeper and Deeper, Bad Girl und Rain.

1Erotica10/10
2Fever9,5/10
3Bye Bye Baby8,5/10
4Deeper and Deeper10/10
5Where life begins8,0/10
6Bad Girl10/10
7Waiting8,5/10
8Thief of Hearts9,0/10
9Words8,0/10
10Rain9,5/10
11Why´s it so hard8,0/10
12In this Life8,0/10
13Secret Garden7,5/10
GESAMT8,9/10
Warner Bros

02. Confessions On A Dance Floor (2005)

Nach einem mutigen Experiment mit dem Album American Life kehrt Madonna zurück auf gewohntes Territorium, die Tanzfläche. Confessions On A Dance Floor ist als durchgemixtes DJ-Set gedacht: von Chart-Bangern wie der Single Hung Up bis zum federleichten Jump fließen die Songs fast nahtlos ineinander über. Produzent Stuart Price zitiert dabei 1970er-Disco, 1980er-Synthpop und zeitgenössischen Elektro, während Madonna über Herzschmerz, Zweifel und Selbstfindung singt. Inhaltlich durchaus schwere Kost, musikalisch aber extrem tanzbar. Das Album galt (vor dem Release von Confessions II) zu Recht als ihr letzter unangefochtener Pop-Meilenstein.

Zentrale Themen: Dance, Beichte, Selbstzweifel, Neustart. Beste Songs: Sorry, Hung up und Isaac.

1Hung up10/10
2Get together9,5/10
3Sorry10/10
4Future Lovers9,0/10
5I love New York8,5/10
6Let it will be9,0/10
7Forbidden Love9,5/10
8Jump9,5/10
9How High9,0/10
10Isaac10/10
11Push9,0/10
12Like it or not9,0/10
GESAMT9,3/10
Maverick / Warner Bros

01. Ray Of Light (1998)

Ray Of Light ist Madonnas „Erleuchtungsalbum“. Nach Mutterwerden, spiritueller Suche, Kabbala und einer Phase der Selbstreflexion arbeitet sie mit Produzent William Orbit und taucht in eine Musikwelt aus Ambient, Trip-Hop, Techno und Pop ein. Singles wie FrozenThe Power Of Good-ByeNothing Really Matters oder der Titeltrack Ray of Light verbinden introspektive, teilweise mystische Texte mit komplexen Electronica-Arrangements. Die meisten Kritiker*innen sehen darin bis heute einen, wenn nicht den Karriere-Höhepunkt. Madonnas siebtes Studioalbum räumte vier Grammys ab und machte unmissverständlich klar, dass Madonna auch mit fast 40 noch lange nicht fertig ist. Für mich ihr Magnum Opus, welches ich als eines, wenn nicht das beste Pop-Album bezeichnen würde, dass je geschrieben und produziert wurde und nur nicht die perfekte 10/10 erhalten hat, weil es nahezu unmöglich ist, dass alle 13 Tracks die Höchstwertung hätten bekommen können, ohne Voreingenommen zu wirken. Verdient gehabt hätte es dieses Album allemal, denn es gibt nicht einen auf dem Album Song, den ich jemals skippen würde. Es gibt zwei weitere Versionen ihres Magnum Opus: Eine Remix-Version des Albums unter dem Titel Veronica Electronica, welches im Juli 25 erschienen ist und den Song Gone, Gone, Gone enthält, sowie die „Deluxe Edition“ zum 25jährigen Jubiläum, in der Has to be inkludiert ist, der ebenfalls herausragend ist und den ich gerne auf der Standardversionen gehabt hätte.

Zentrale Themen: Spiritualität, Mutterschaft, Vergänglichkeit und Zeit. Beste Songs: Frozen, Sky fits heaven und Nothing really matters.

1Drowned World / Substitute for Love9,5/10
2Swim10/10
3Ray of Light10/10
4Candy Perfume Girl9,5/10
5Skin10/10
6Nothing really Matters10/10
7Sky fits heaven10/10
8Shanti / Ashtangi9,0/10
9Frozen10/10
10The Power of Good-Bye10/10
11To have and not to hold9,5/10
12Little Star10/10
13Mer Girl9,5/10
GESAMT9,8/10

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